Alissa Ritter

E R I N N E R U N G S G E F L E C H T E , BAUSTELLE SCHAUSTELLE, ESSEN

Kuratiert von BRIGITTE KRIEGER und KATHARINA BRUNS

09.05.20 - 31.05.20

 

Erinnerungen werden zu Narrationen. Farben, Gerüche, Bilder und Emotionen lassen eigensinnige Geschichten entstehen, die teilweise aus eigenen Erinnergungsauszügen, teilweise aus Erzählungen anderer gebildet werden. Die erzeugten Bilder werden im Wach- oder Traumzustand immer und immer wieder gesehen, erlebt und verändert. 

Raum ist dabei ein wichtiger Faktor. Er kann zum Aktions- oder Handlungsraum werden oder aber selbst zum Handlungsträger.

Was passiert aber, wenn sich Raum nun auf einen kleinen Teil des gewohnten Lebensraumes beschränkt, wenn nicht nur Umraum sondern auch Handlungsfreiraum eingegrenzt werden? 

Durch die Folgen der Corona Pandemie erleben aktuell weltweit Menschen Ausgangssperren und Kontaktverbote. Dabei kann das Empfinden dieser Phänomene stark variieren. 

Vermeintlicher Stillstand und soziale Isolation verstärken Emotionen wie innere Unruhe, Angst und Einsamkeit, Gefühle, die für einen Großteil der Bevölkerung schwer auszuhalten sind. Gleichzeitig eröffnet die Krise die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit ebendiesen Ängsten. Die Reduktion äußerer Reize und sozialer Ereignisse, kehrt den Blick des Individuums nach innen, wo neben existenziellen Fragen, Erinnerungen an Bedeutung gewinnen.

Die Malereien nähern sich dem Thema Raum und dessen Errinerungsgeflechten an. Malerisch werden abstrakt bis figurativ Begegnungsräume und Beziehungsgeflechte erforscht. Die gemalten Akteure sind mal allein im Austausch mit ihrem Umraum und sich selbst, ein anderes Mal eingebunden in einen Austausch mit anderen.

Das Medium der Malerei versucht diese bewussten und unbewussten Erinnerungsauszüge im Bild in Erscheinung treten zu lassen und entschlüsselt dabei Elemente, Ereignisse oder Dinge, die Teil dieses Sichtbarmachens werden können.